chlechtes Bewerbermanagement, inkonsistente Kommunikation und Respektlosigkeit – scheint hier leider normal zu sein.
Russisch ist dort Alltagssprache, das wurde klar vermittelt.
Wenn eine Firma in ihrer Ausschreibung und im gesamten Bewerbungsprozess eine Sprache aktiv nutzt (Russisch) und diese sogar als Voraussetzung nennt, dann wäre es absolut selbstverständlich, dass das Bewerbungsgespräch auch in einer dieser Sprachen (Russisch oder Deutsch) stattfindet – und nicht plötzlich, ohne jede Vorwarnung, komplett auf Englisch.
Die Stellenausschreibung und die gesamte Kommunikation waren ausschließlich auf Russisch und Deutsch.
Bei seriösen Firmen – selbst bei internationalen – wird man normalerweise vorher informiert, wenn ein Teil des Gesprächs auf Englisch stattfinden soll.
Natürlich ist es heutzutage bei manchen Fragen „Standard“, Englisch einzubauen, aber hier wirkte es einfach wie eine spontane Eingebung.
(Keine Ahnung – vielleicht standen Mars oder Jupiter einfach ungünstig, also heute mal ein englisches Interview!)
„Ach, dann müssen wir ihr Deutsch ja gar nicht prüfen. Machen wir’s auf Englisch.“ – das ist unprofessionell und abwertend, vor allem, es einfach so mitten im Gespräch fallen zu lassen.
Überforderung und Überrumpelung scheinen hier wohl Alltag zu sein – anders kann man sich das kaum erklären.
Insgesamt: eine ziemlich toxische Mischung aus Desorganisation (20 Minuten Warten auf das Gespräch), Überheblichkeit (man präsentiert sich klar als „etwas Besseres“) und mangelndem Respekt (niemand stellt sich vor, kein ordentliches Verabschieden – ein einfaches „Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben“ hätte gereicht).
Den Lebenslauf offensichtlich nicht gelesen zu haben, ist heutzutage wohl Standard – aber dann fragt man doch einfach nach, anstatt wilde Hypothesen aufzustellen.
Fazit: unkoordiniert, desinteressiert und ehrlich gesagt respektloses Verhalten mir als Bewerberin gegenüber.
(Die übrigen Mitarbeiter wirkten übrigens freundlich – nur eben nicht diejenigen, die das Gespräch geführt haben.)